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St. Augustinus

Am 22. November 2012 sind 85 Jahre vergangen seit unsere Pfarrei und Kir­chengemeinde, unter dem Patronat von St. Augustinus, für den Norden und Osten Heilbronns errichtet wurde. Augustinus sollte unser Kirchenpatron werden, - "weil gerade er, in unserer Zeit, und uns in dieser Zeit, soviel zu sagen und zu geben hat" (so Pfarrer Dr. Stegmann 1927).

 

Zur Person Augustinus von Hippo:

Am 13. November 354 wurde er als Augustinus Aurelius in Thagaste (heute Souk-Ahras) im jetzigen Algerien in Nordafrika geboren. Seine Mutter Monika, aus einer Berber-Familie stammend, war Christin. Sein Vater Patrizius war nach seiner Soldatenzeit städtischer Verwaltungsbeamter in Thagaste geworden. Er ließ sich erst kurz vor seinem Tode taufen.

Augustinus wuchs ungetauft auf. Schon früh war er von der Philosophie beeindruckt und lehnte von da her das Christentum ab. Nach einem Rhetorikstudium in Karthago (nordöstlich von Tunis - 698 durch die Araber zerstört) kam er, über Rom, im Jahre 384 als Professor für Rhetorik nach Mailand und stieg später auf zum Regierungssprecher des Römischen Reiches. Er führte, so wird berichtet, ein ausschweifendes Leben.

Aus beruflichen Gründen studierte er die Predigten der Geistlichen am Mailänder Dom. Dabei wurde er von der Auslegung des Alten Testaments durch Bischof Ambrosius so tief beeindruckt, dass er, mit neuer geistiger Reife, sich entschied Christ zu werden. Zusammen mit seiner langjährigen Lebensgefährtin und seinem Sohn Adeodatus ließ er sich in der Osternacht 24./25. April 387 taufen. Er musste aber infolge dessen sämtliche staatlich besoldeten Ämter aufgeben und kehrte in seine Heimat zurück.

In Nordafrika wurden seine Fähigkeiten schnell von Valerius, dem Bischof von Hippo Regius (heute Annaba), erkannt. Dieser machte ihn in rascher Folge zum Priester und schließlich zum Co-Bischof mit Nachfolgerecht. Während dieser Zeit verfasste Augustinus seine wichtigsten Werke. Sie prägen bis heute, direkt oder indirekt die westliche Theologie. Augustinus starb am 28. August 430 bei einem Überfall der Vandalen auf Hippo.

Augustinus lebte in einer Zeit des Umbruchs: die Antike ging zu Ende und die Zeit des christ­lichen Abendlandes war bereits ange­brochen. Eine Zeit, in der vieles seine Gültigkeit verlor und neue Herausfor­derungen zu meistern waren - ähn­lich also der unsrigen. Neben seinen zahlreichen theologischen Schriften sind besonders seine „Bekenntnisse" von Bedeutung, sie zeugen von einer spannenden Lebensgeschichte. Sein ganzes Leben lang war er auf der Suche nach Wahrheit und Erfüllung.

 

„Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir!" so betet Augustinus in seinen „Bekenntnissen". Augustinus war Zeit seines Lebens ein leiden­schaftlicher Gottsucher.

 

Im Monat September feiern wir jährlich unser Patrozinium. Von da her bietet es sich an, einmal zu überlegen, was dieser große Kirchenlehrer und Bischof uns heute zu sagen hat. Vielleicht ist es einfach das, was wir aus der Fülle seines Lebenswer­kes lernen können: Dass wir uns als Gemeinde mit den Menschen auf die Suche machen nach Gott, dass wir uns fragen: Wo wirkt Gott in meiner Lebensgeschichte? Wo ist Gott zu erfahren in unseren Gruppen und Kreisen, in dem, was wir das ganze Jahr über tun? Wer die Botschaft vom Reich Gottes ernst nimmt, der kann sich nicht ausruhen und alles so lassen, wie es immer schon gewe­sen ist.

So ermutigt uns Augustinus, weiterzubauen an unserer Kirchengemeinde, weiterzubauen an uns selbst, den „lebendigen Steinen". Die heilsame Unruhe, die Sehnsucht nach Gott, sie trieb Augustinus an, zum bedeutendsten lateinischen Kir­chenlehrer zu werden.

 

Vielleicht können wir uns beim Patrozinium im September auch immer wieder ein wenig da­von anstecken lassen.